Strafzölle China: Nachgefragt bei VEE Sachsen e.V

Und wieder haben wir einInterview zu den Strafzöllen für aus China importierte Waren führen können. Diesmal haben wir Jan Schubert, Geschäftsführer des Verbandes VEE Sachsen e.V. zu der Thematik ausführlicher befragen können.

Wie sehen Sie als Verband die Umsetzung der EU, Strafzölle gegen aus China importierte PV-Produkte umzusetzen?

Zu diesem Problemfeld nimmt der VEE Sachsen e.V. eine neutrale und abwartende Position ein, da unter unseren Mitgliedern aus dem PV-Bereich sowohl Befürworter wie auch Gegner für die Einführung von Strafzöllen zu finden sind. Wie es scheint, fallen die Strafzölle erst einmal etwas niedriger aus als erwartet. Trotzdem führten diese angeblich schon dazu, dass die Preise für Module bereits um bis zu 20% angezogen haben. Darunter werden dann vor allem die vielen Unternehmen leiden, die nicht selbst Module herstellen, sondern diese nur installieren. Trotzdem denke ich, ist es für einen fairen Wettbewerb unbedingt notwendig, dass weltweit bestimmte Mindeststandards gelten und nicht gerechtfertigte staatliche Unterstützung von Unternehmen abgebaut wird. Es ist im Interesse aller, dass auf im Markt faire Wettbewerbsbedingungen garantiert werden. Dumping beim Handel von PV-Modulen lehnen wir als Verband ab.

Welche Auswirkungen werden die Strafzölle für den PV-Markt in Deutschland haben?

VEE_Sachsen_eVDerzeit kann man darüber nur spekulieren. So ist einerseits aus der Branche zu hören, dass die Modulpreise bereits um 20% angezogen haben. Prinzipiell war dies ja auch zu erwarten, wenn man bedenkt, dass Chinesische Hersteller ihre Module teilweise unter den eigenen Herstellungskosten auf den europäischen Markt geworfen haben sollen.

Prinzipiell sollten Subventionen zielgerichtet zurückgefahren werden, um so für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen. Ich denke schon, dass die Preise erst einmal weiter ansteigen werden. In der Folge sind dann einige PV-Projekte sicherlich nicht mehr umsetzbar, gerade wenn man weiter allein auf die EEG-Vergütung als Refinanzierungsmittel setzt. Aber für Akteure, die sich mit PV zunehmend von den Strompreisen der Versorgern abkoppeln wollen, wird sich dies weiterhin lohnen.

Zumal davon auszugehen ist, dass die Preise nach einiger Zeit wieder sinken werden, wie die Erfahrungen in den USA nach der Einführung von Strafzöllen zeigen. Daneben besteht sicherlich auch die Gefahr, dass aufgrund der gestiegenen Modulpreise der Zubau in Deutschland weiter sinken kann. Das hätte dann auch nennenswerte Auswirkungen auf die Beschäftigungszahlen in diesem Bereich. Prinzipiell sollten sich nun die Verhandlungspartner an einen Tisch setzen und gemeinsam eine Lösung in dieser Frage suchen. Einen Handelskrieg zwischen Europa und China ist sicherlich von keinem aus der Branche gewünscht.

Was raten Sie ihren Mitgliedsunternehmen, wie sollte man sich verhalten?

Prinzipiell würde ich jetzt erst einmal zu Zurückhaltung raten. Man muss jetzt abwarten, wie China auf die Einführung der Strafzölle reagiert. Ich denke, dass es unausweichlich ist, dass sich die Europäische Kommission und China schnellstmöglich in der Sache einigen müssen. Ein Handelskrieg wird letztendlich zum Nachteil vieler führen.

Viele deutsche Unternehmen haben mittlerweile in China Dependancen aufgebaut, wie schätzen Sie hier im Speziellen die Entwicklung ein?

In diesem Bereich muss man jetzt einfach die Entwicklungen der nächsten Monate abwarten. Prinzipiell muss man jetzt den Dialog suchen und eine einvernehmliche Lösung des Problems suchen.

Gibt es aus Ihrer Sicht weitere Möglichkeiten, sich gegen die Strafzölle zu wehren oder sind sie hier als Verband neutral?

Wir sind in dieser Frage als Verband neutral.

Glauben Sie, dass binnen der kommenden zwei Monate eine Einigung noch erzielt werden kann und die vorläufigen Strafzölle doch noch aufgehoben werden?

Ich bin da ein bisschen optimistisch, da ja alle Beteiligten daran interessiert sein müssten, eine Lösung für das Problem zu finden. Beide Seiten können durch die Einführung der Strafzölle eigentlich nur verlieren. Deshalb gehe ich davon aus, dass man innerhalb der zwei Monate eine Lösung finden wird, um die Strafzölle wieder aufzuheben.

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